Gewalt im Sport unter Beobachtung 
(Presseinformation)

Sport und Gewalt

Fairer Wettstreit um den Ball, gewaltfreier Sport – das will der Präventionsrat, das Sport- und Bäderamt und der Sportkreis Frankfurt erreichen. Denn zu häufig enden Fußballspiele mit einer Schlägerei, werden Spieler vorsätzlich verletzt und steht die körperliche Auseinandersetzung im Vordergrund und nicht das positive Messen der Kräfte und Fähigkeiten. 

Workshop

Im Workshop „Sport + Gewalt + Prävention“ am 8. Juli 2003  im Polizeipräsidium haben sich die drei Institutionen mit diesem Phänomen befasst und Lösungen diskutiert.

Zwar beweist der Sport allwöchentlich seine integrativen Potenziale, doch die friedlich – faire Auseinandersetzung wird besonders auf Fußballplätzen immer wieder durch teilweise gewalttätige Vorfälle gestört. Gerade weil die Verantwortlichen und Sportfreunde hierdurch höheren Anforderungen ausgesetzt sind, ist es wichtig, dass Ursachen und Verläufe dieser Vorfälle wahrgenommen und richtig beurteilt werden.

Zielsetzung

Bürgermeister und  Sportdezernent Achim Vandreike wies in seinen Begrüßungsworten  an die Teilnehmer des Workshops auf die Rolle Frankfurts als Gastgeberstadt der Fußballweltmeisterschaft 2006 hin:  

"Gemeinsames Ziel  muss es sein, auf einen friedlichen und fairen Charakter der Fußball-WM 2006 hinzuwirken. Dazu gehört es aus meiner Sicht, dass bereits im Amateur- und Jugendbereich - bei aller sportlichen Konkurrenz -  der faire und respektvolle Umgang miteinander auf und außerhalb des Spielfeldes als Markenzeichen des Fußballsportes herausgestellt und  weiter entwickelt werden muss."

Bestandsaufnahme

Im Rahmen des Workshops unter Moderation von Klaus Walter (Hessischer Rundfunk) und wissenschaftlicher Begleitung durch Angelika Ribler (Projektleitern Sportjugend Hessen) wurde im ersten Teil eine Bestandsaufnahme der Situation aus Sicht der Spieler, Schiedsrichter  und des Sportgerichts aufgestellt. Hierbei hat sich wie Kreisjugendwart Walter Orlopp und Kreisrechtswart Helmut Weintraud gezeigt, dass eine zunehmende Tendenz von Gewalt und unsportlichen Verhalten im Fußball zu verzeichnen ist.

Torsten Becker (Bezirksschiedsrichter Lehrwart) beklagt vor allem den mangelnden Respekt vor Schiedsrichterentscheidungen. Dieses Manko gilt bereits für Kinder und erstreckt sich  bis in die Bundesliga.

Schlussfolgerungen und Lösungsansätze

Einig waren sich die ca. 50 Funktionäre, Trainer und Spieler aus dem Bereich Fußball, dass die einzelnen Vorkommnisse nicht dramatisiert, auf der anderen Seite aber auch nicht heruntergespielt werden dürfen. 

Wichtig ist es bereits im Vorfeld unter Einbeziehung von Eltern und Trainern präventiv tätig zu werden und hier haben Angelika Ribler und Derya Karaowa ein erfolgreiches Mediationsprojekt in Kooperation mit dem Hessischen Fußballverband vorgestellt, das zielgerichtet eingesetzt dazu führt, dass Gewalt abgebaut und der Fußball wieder im Vordergrund stehen kann. 

Insgesamt, so war sich die Versammlung einig, hat der Sport bedeutende gewaltvorbeugende Wirkung und gerade die Arbeit mit Jugendlichen hat nach Aussage von Rolf-Dieter Baer (Jugendkoordinator der Polizei) und Roland Frischkorn (Sportkreisvorsitzender und Initiator des Mitternachtssports) besonders große Bedeutung. Diese präventive Wirkung von Sport muss nach Meinung von Frank Goldberg (Geschäftsführer des Präventionsrates) erkannt und in die aktuelle Vereinsarbeit der Sportvereine eingebaut werden. Wie dies geschehen kann und wie eine vernetzte Stadtteilarbeit auch der Arbeit des Sportvereins zu Gute kommen kann, wollen die  Veranstalter  bei  weiteren Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Gewalt im Sport gemeinsam mit  Vereins- und  Verbandsvertretern erarbeiten.

Ein Vorschlag aus dem Workshop hat bereits großen Zuspruch gefunden: 

Neben der Meisterschaft  sollte bereits  in den Spielklassen der Kinder und Jugendlichen  ein Fairnesspreis eingeführt werden.

Weitere Auskünfte erteilen:

Frank Goldberg (Präventionsrat), Tel. 212-35443

Michael Hess (Sport- und Bäderamt), Tel. 212-38983

Roland Frischkorn (Sportkreis), Tel. 2608-285

Fotos vom Workshop (zum Vergrößern bitte anklicken):

 Fotos: Jürgen Krusch