Keine Gewalt gegen Lesben und Schwule!

Die Problematik: 

[ Gewalt gegen Lesben und Schwule ]

[ Häusliche Gewalt auch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen ]

Konsequenzen: 

[ Berufung von Kontaktbeamten bei der Polizei, Verbesserung der Zusammenarbeit ]

[ Maßnahmen gegen Gewalt gegen Lesben und Schwule ]

[ Wichtige Kontaktadressen für Lesben und Schwule ]

Umfrage zu Gewalterfahrungen von Lesben, Schwule und Transmenschen in Frankfurt a. M. 2011:

[ Pressemitteilung zur Umfrage ]

[ Auswertung der Umfrage ]


Die Problematik:

Gewalt gegen Lesben und Schwule

Lesben und Schwule sind überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen. Hierbei haben die Opfer jedoch primär eine Stellvertreterfunktion inne, d.h. sie werden angegriffen, weil sie vermeintlich oder tatsächlich einer bestimmten sozialen Minderheit angehören, gegenüber der der Täter Ablehnung bis hin zu Hass empfindet. Gleichzeitig ist die Anzeigenbereitschaft der Opfer sehr gering, d.h. nur zirka 3-5 Prozent der Übergriffe werden angezeigt. Einer der am häufigsten genannten Gründe ist die Angst vor einer erneuten Viktimisierung durch gleichgültige Reaktionen durch Freunde und Freundinnen oder der Voreingenommenheit der Polizei, der Staatsanwaltschaft und des Gerichts. Nach Meinung  des Kriminologen Hans-Joachim Schneider von der Universität Münster wird in „einfachen“ Fällen von Hasskriminalität, z.B. Beleidigungen, zwar eine Anzeige aufgenommen, aber sowohl die Aufklärungsquote als auch die Verurteilungsquote der polizeilichen Ausgangsverfahren liegt unter dem Durchschnitt. In der Prävention von Gewalt gegen Lesben und Schwule muss das Augenmerk vor allem auf eine Verbesserung des Anzeigenverhaltens der Betroffenen, die Verminderung des Risikos einer erneuten Viktimisierung und die Sensibilisierung der allgemeinen Öffentlichkeit gelegt werden. 

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Häusliche Gewalt auch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen

 Es wird angenommen, dass jede 5. bis 4. gleichgeschlechtliche Beziehung von Häuslicher Gewalt geprägt ist. Die Opfer können jedoch nicht auf ausreichende Strukturen der psychosozialen Versorgung zurückgreifen. Auch gibt es keine  hinreichenden Strukturen, die lesbische oder schwule Täter/-innen darin bestärken, ihre gewalttätiges Verhalten zu beenden. Der Mangel in der psychosozialen Versorgung von betroffenen Lesben und Schwulen ist in der ausschließlich auf heterosexuelle Beziehungen ausgerichteten Versorgungsstruktur, in der Frauen vor allem als Opfer und Männer vor allem als Täter wahrgenommen werden, begründet. In der kommunalen Arbeit zur Bekämpfung von Häuslicher Gewalt müssen die Belange von Lesben und Schwulen deutlicher als zuvor Beachtung finden. Dazu ist eine Einbettung in bestehende Arbeitskreise ebenso erforderlich wie die gezielte Erfassung des Täter-Opfer-Verhältnisses.

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Konsequenzen:

Berufung von Kontaktbeamten bei der Polizei und Verbesserung der Zusammenarbeit

Ein erster bedeutender Schritt wurde mit der Berufung zweier polizeilicher Kontaktbeamte/-beamtinnen für Lesben und Schwule getan. Nun gilt es, durch verschiedene öffentlichkeitswirksame und vertrauensbildende Maßnahmen nicht nur das Anzeigenverhalten der Betroffenen zu verändern, sondern auch präventiv zu wirken. Eine wesentliche Grundlage bildet hierbei die Zusammenarbeit von Polizei, Präventionsrat und der lesbischen und Schwulen Anti-Gewalt-Gruppen (Broken Rainbow und Unschlagbar/AG36). In einem gemeinsamen Präventions- und Interventionskonzept werden die unterschiedlichen Ausdruckformen von Hassverbrechen gegenüber Lesben und Schwulen die Grundlage bilden, sowie deren unterschiedliche Lebensgestaltung zu tragen kommen. 

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Maßnahmen:

-         Es wurde eine Kampagne entwickelt, die die Anzeigenbereitschaft von lesbischen oder schwulen Opfern von Gewalt verbessern soll. Sie besteht aus drei Elementen, die im Jahr 2003 umgesetzt werden: Anzeigenflyer, Postkarten und Plakatkampagne. Der Frankfurter Präventionsrat wirbt bereits seit 1997 mit der Kampagne "Gewalt- Sehen- Helfen" in der Gesellschaft für mehr Solidarität gegen Gewalt und mehr Zivilcourage. Obwohl die Kampagne gesamtgesellschaftlich angelegt ist und somit auch Gewalt gegen Lesben und Schwule einschließt, hat der Präventionsrat sich an der Plakataktion des Forum Frankfurt finanziell beteiligt, um gegen die Diskriminierung und Gewalt anzugehen.

-         Es wurde eine konsensuale Toleranzzone geschaffen, in der Schwule ihre Sexualität leben können.

-         An der Polizeifachhochschule findet einmal im Jahr ein Fachtag „Homosexualität und Polizei“ statt.

-         Das Thema Häusliche Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen wurde in den kommunalen Aktionsplan zur Bekämpfung Häuslicher Gewalt aufgenommen.

Anmerkung:

Die Fachgruppe ist mit der bereits bestehenden Arbeitsgruppe „Jour Fix Lesben und Schwule“ von Polizei, Präventionsrat und Vertreter/-iInnen lesbischer und schwuler Antigewalt Gruppen (Broken Rainbow, Unschlagbar - Schwules Antigewalt Projekt) identisch.

Kontakt/Anregungen:

Anregungen, Hinweise und Fragen können an die Koordinatorin und den Koordinator gerichtet werden. 

Constance Ohms                                     Norbert Dräger

Constance.ohms@gmx.de              ag36@frankfurt.aidshilfe.de

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Wichtige Kontaktadressen für Schwule und Lesben in Frankfurt a.M.:

       ( Hinweis: für mehr Informationen in Adressfelder weiterklicken )

UNSCHLAGBAR  
Das schwule Anti-Gewalt-Projekt
Rat & Tat für Schwule

Alte Gasse 36, 60313 Ffm

Telefon 19 446
Fax 28 44 01

Broken Rainbow e. V.
Anti-Gewalt-Projekt
Kasseler Straße 1a, 60486 Ffm

Beratung: Tel. 707 94 300
frankfurt@broken-rainbow.de
Kontaktbeamte der Polizei für Schwule und Lesben
Karl-Heinz Griese, 
Telefon 755- 41100
Uschi Rudolph, 
Telefon 755- 5113
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FRANKFURT FORUM
Initiative für einen runden Tisch zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt

Telefon  560 21 29

Plakat als pdf-Datei zum Herunterladen, 496 KB

Link zu www.frankfurt.de - Lesben und Schwule in Frankfurt am Main

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