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Die "Unkultur des Wegschauens" war der Anstoß zur Kampagne... Frankfurt am Main (pia) - An einer Bushaltestelle beobachtet Frau A., wie drei junge Männer eine ältere Frau anrempeln. Plötzlich versucht einer der Jugendlichen, der Frau die Handtasche zu entreißen. Frau A. wendet sich mit lauter Stimme an die Umstehenden: "Helfen Sie! Greifen Sie ein! Die Frau braucht Hilfe! Sie da mit der gelben Jacke, holen Sie die Polizei!" Sofort ändert sich die Situation: Die Passanten reagieren auf die Aufforderungen, verständigen sich untereinander und vertreiben die Täter. Solche
mutigen Hilfeleistungen sind in Wirklichkeit selten. Zu oft schauen
Menschen weg, wenn andere in Not sind. Deshalb startete Ende 1997 die
Stadt Frankfurt am Main zusammen mit der Frankfurter Polizei eine groß
angelegte Aktion für mehr Verantwortung und Zivilcourage in Notfällen: Die
Kampagne "Gewalt-Sehen-Helfen". Sie will zu mehr Zivilcourage
und sozialem Verhalten motivieren. "Wir beginnen mit einer Strategie
gegen die Unkultur des Wegschauens und für die Kultur des
Hinschauens." sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth zum Auftakt der
Aktion. [
Chronologie der Kampagne 1997-2004 ] [ Gewalt-Sehen-Helfen auch in der Stadt Kassel ] [ Gewalt-Sehen-Helfen auch in Straßburg ] [ Gewalt-Sehen-Helfen auch in Chemnitz ] [ Gewalt-Sehen-Helfen hessenweit ]
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Gewalt-Sehen-Helfen- Hessentour 2011 ] [ Gewalt-Sehen-Helfen Musik-Clip "Augen auf, wir kommen ..." ]
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Zivilcourage oder jeder bleibt sich selbst der Nächste - Beitrag in der
Zeitschrift Forum Kriminalprävention 4/2010 ] |
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Ich nehme Blickkontakt mit dem Opfer auf. Ich rufe dem Opfer zu: "Kann ich helfen?" oder "Wir sind da und helfen!" Ich mache andere Menschen in der Umgebung laut auf die Notsituation aufmerksam. Ich spreche Umstehende direkt an und bitte um mithilfe: "Sie in der roten Jacke - Bitte holen Sie die Polizei!" Ich rufe die Polizei unter 110 an. Die Nummer ist gebührenfrei und jederzeit ist ein Ansprechpartner erreichbar. In der Bahn ziehe ich bei Gefahr die Notbremse. Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung. So werden Täter schneller ermittelt und weitere Straftaten verhindert. Ich handle, bevor sich eine Situation zuspitzt. Ich lasse mich nicht provozieren und ich provoziere auch nicht andere. Gewalttätige Situationen entstehen oft, weil ein Wort das andere ergibt. Ich mische mich keineswegs mit einer Waffe ein, da Waffen in aller Regel zur Eskalation beitragen. |
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Sagen Sie nicht: "Gewalt geht mich nichts an" Gewalt findet täglich statt, manchmal ganz in Ihrer Nähe: Körperverletzungen, Sachbeschädigungen oder Raub. Auch Anmache, Rempeleien, Belästigungen. Gewalt entwickelt sich auch immer dort, wo keiner hinschaut. Wer wegschaut, gibt der Gewalt eine Chance! Wer hinschaut, reduziert die Gewaltbereitschaft. Deshalb hat der Präventionsrat der Stadt Frankfurt die Initiative gegen das Wegschauen ins Leben gerufen. Gewalt sehen und helfen. Wenn wir den Gewalttäter auf die Finger schauen und Menschen in Not Hilfe leisten, tragen wir dazu bei, unsere Stadt lebenswert zu erhalten. |
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Sagen Sie nicht: "Ich hab nichts gesehen" Viel zu viele Menschen in unserer Stadt schauen bei Gewalt weg. Eilig rennen Sie am Geschehen vorbei oder schauen teilnahmslos zu. Sagen sich: "Mir kann das nicht passieren!" oder "Was geht mich das an?" Auch Sie können jederzeit mit einer Gewalt- oder Notsituation konfrontiert werden. Wer in dieser Situation hinschaut, hat schon den ersten Schritt zur Hilfe getan. Lassen Sie den Täter nicht aus den Augen. Beobachten Sie die Situation und merken Sie sich so viele Einzelheiten wie möglich. Machen Sie andere auf die Situation aufmerksam. Helfen Sie mit, "Öffentlichkeit" zu erzeugen. So haben Gewalthandlungen keine Change. |
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Sagen Sie: "Ich kann helfen" Sie sollen nicht die Heldin oder den Helden spielen - die gibt's im Kino oder Fernsehen. Um Hilfe zu leisten, brauchen Sie nur andere auf die Situation aufmerksam zu machen. Wenn Sie schreien, werden andere es auch tun. Wenn Sie 110 anrufen, wird schnell professionelle Hilfe vor Ort sein. Überwinden Sie eigene Ängste. Und zeigen Sie Verantwortung und Solidarität mit dem Opfer. Bieten Sie Ihre Unterstützung an. Damit werden Übergriffe verhindert. Versuchen Sie beim nächsten Mal aktiv zu sein und holen Sie Hilfe. Sie werden das gute Gefühl erleben, Zivilcourage gezeigt zu haben.
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